| Interview
CABLE-STREET-BEAT BERLIN |
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Auf Anregung des Rude & Smart Magazines entstand dieses Interview. Wir hoffen es gewährt euch, ergänzend zu unserem Selbstverständnis, einen weiteren Einblick in unsere kleine CSB-Welt. Seit wann gibt es eigentlich Cable-Street-Beat ? Prinzipiell gab es während der Nachkriegszeit immer wieder antifaschistische Musikzusammenschlüsse, die sich unter dem Namen Cable-Street-Beat (in Zukunft CSB) zusammengefunden haben. Vornehmlich geschah dies auf der Insel, aber seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland verschiedene unabhängige Gruppen. Die Bekannteste dürfte wohl die in Gütersloh aufgrund ihrer CD´s sein. Woher kommt eigentlich der Name ? In London gab es mal den Versuch von Nazis, durch ein Arbeiterviertel mit hohem jüdischen Anteil zu Marschieren, vorauf es erstmal eine ordentliche Trachtprügel für die Nazis und anschließend Straßenschlachten mit der Polizei gab. Das war 1936 in eben dieser Cable Street. Um das in Erinnerung zu halten, wählten wir diesen Namen. Warum gibt es eigentlich Cable-Street-Beat ? Wir wollen politisches Bewusstsein schaffen. Wer glaubt, „unpolitisch“ durchs Szeneleben wandeln zu können, verleugnet damit nicht nur sich selbst, sondern auch die subkulturellen Wurzeln. |
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CSB soll Freiräume ohne Nazis und ohne Macker innerhalb der Szene schaffen. Nur auf diese Weise kommt mensch auch zu guten Partys, bei denen Leute wie wir Spaß haben. CSB hat einen ganz klaren politischen Anspruch. Damit gibt es natürlich Überschneidungen beispielsweise mit SHARP und Antifa. |
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Was unterscheidet denn euch von der Antifa oder SHARP ? Obwohl wir diese beiden Gruppierungen nicht ablehnen, wollen wir natürlich auch auf die grundlegenden Unterschiede hinweisen. SHARP war im Grunde genommen „nur“ eine Einstellung. Eine wichtige Positionierung bezüglich der eigenen Haltung in der Szene. Das war´s dann aber auch schon (über die schon fast peinliche Verbürokratisierung von SHARP mit Mitgliedschaft etc. in diesem Land, die vor einigen Jahren stattfand, möchten wir uns an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen). Somit stellte es aufgrund der Beschränkung auf Antirassismus auch keinen offensichtlichen Widerspruch dar, als Rechtskonservativer sich SHARP zugehörig zu fühlen, denn „man hat ja nichts gegen Schwarze“. CSB geht definitiv weiter. Zunächst ist CSB kein reines „Skinhead-Ding“, auch wenn es sicherlich weitestgehend in der Skinheadkultur beheimatet ist. Bei uns kann jedeR mitmachen, wenn er/sie korrekt drauf ist; das Aussehen spielt keine Rolle. Außerdem haben wir neben dem Antirassismus auch ganz klar den Antisexismus auf unsere Fahnen geschrieben, weil uns diese Angelegenheit persönlich schon immer sehr am Herzen lag. Des Weiteren versuchen wir durch unsere bisherige und hoffentlich auch weiterhin laufende Beteiligung an politischen Aktionen eine allgemein gesellschaftskritische und antikapitalistische Position zu beziehen.Womit wir in dieser Hinsicht dem Phänomen der Antifa sicherlich recht nahe |
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kommen. Ebenso wie diese versuchen wir offensiv aufzutreten und nicht immer erst zu reagieren, wenn Nazis oder andere Idioten unsere Freiräume bedrohen. Nichtsdestotrotz ist die Betonung der subkulturellen Komponente bei uns doch mit Sicherheit stärker ausgeprägt. Auch die AntiFa organisiert Soli-Konzerte, durchaus auch |
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mit teilweise ähnlicher Musik wie wir. Doch sind diese meist nur Mittel zum Zweck, um politische Arbeit finanzieren zu können. Bei CSB haben die Veranstaltungen jedoch schon Selbstzweckcharakter. Und gerade wenn wir Konzerte organisieren, hat die Erfahrung gezeigt, dass wir aufgrund unserer nicht-kommerziellen Grundeinstellung die Eintrittspreise so niedrig halten, dass der Soli oft bescheiden ausfällt. |
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An wen wendet sich CSB ? Es gibt Verhaltensweisen, die vielen Menschen den Spaß an einer Party nehmen können. Dazu gehören unter anderem egoistisches Arschlochverhalten ohne Rücksichtnahme auf andere, blöde und sexistische Anmachen, Gewalt als erstes Mittel zur Konfliktlösung u.v.m...Wir wollen nun alle die ansprechen, die eigentlich Lust auf ´ne gute Party haben, sich aber nicht mit irgendwelchen Idioten ´rumärgern wollen. Dafür wollen wir eine Basis schaffen. Die Leute sollen ,wenn sie hören, dass eine Party oder ein Konzert von CSB organisiert wird, ohne Angst oder Befürchtungen hingehen können und sich sicher sein, dass da andere Menschen sind, die ebenso wie sie einfach nur feiern wollen. Man muss, um mal ein bisschen zu übertreiben, nicht jede Party mit einem Kotz, Gröl oder Pöbelwettbewerb beenden. Wir haben einen uns selbst gesteckten Anspruch auf gute Partys mit viel Laune und jeder ist dazu herzlichst eingeladen. Wir scheuen uns aber auch nicht gegen Menschen vorzugehen, die die oben genannten Verhaltensweisen an den Tag legen. Natürlich haben wir auch einen
politischen Anspruch und wenden uns alle diejenigen, die eine ähnliche
Vorstellung von gemeinsamen antihierarchischen Strukturen haben. |
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Welche
persönlichen Erfahrungen habt ihr gemacht, die euch dazu bewegten Π: |
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Jo: |
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Orf:
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Was bedeutet Ska für CSB ? Natürlich ist Ska ein fester
Bestandteil unsrer Gruppe. Viele von uns sind Skins oder eng mit solchen
befreundet. Da die Musik ein subkulturelles Erbgut ist und obendrein auch noch
einfach mal gut klingt, ist sie heißgeliebt. Wir organisieren einen Festen
Ska-Nighta im Drugstore, hatten einen 2-Tone Niter im Franziskaner und legen
auch an diversen anderen Orten Ska auf. Er ist gut Tanzbar, beliebt und einfach
mal ein bisschen Sonne im dunklen Berlin. Jedoch sind wir nicht auf Ska beschränkt
sondern auch für jeden anderen Scheiß zu haben. |
Wer kann sich bei CSB einbringen und mitwirken ? Prinzipiell ist erstmal jede und jeder dazu eingeladen, was Ideen hat und sich an der Umsetzung auch Beteiligt. Natürlich geht das nicht so ganz ohne eine gewisse Kontinuität. Dazu gehören auch regelmäßige Treffen und die Bereitschaft Zeit und Kraft zu investieren. Natürlich sollte auch eine gewisse politische und menschliche Grundstimmung vorhanden sein, die sich mit den Ansprüchen von CSB vereinbaren lässt. Es würde nun mal wenig Sinn machen, wenn jemand Lust hat mitzuwirken, aber sich noch nie Gedanken über Faschismus oder sexistischem Verhalten gemacht hat. Das soll aber nicht heißen, dass wir alle 100%ig PC sind und alles schon wissen, aber eine gewisse Sensibilität zum eigenen Verhalten wäre schon wünschenswert. Außerdem muss die Person erstmal herausfinden, wann und wo unsere Treffen stattfinden und dort auch erscheinen. Eigentlich wären dass jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat im Drugstore (Potsdamer Str. in Schöneberg). Aber das variiert aus organisatorischen Gründen. Also vielleicht einfach eine Mail an info@csb-berlin.com schicken mit einer E-Mail Adresse oder ´ner Telefonnummer. Dann sagen wir bescheid. |
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Welche Probleme hat CSB-Berlin zur Zeit ? Zu allererst sind wir nur ein sehr kleiner aber sehr chaotischer Haufen von Leuten mit chronischem Zeitmangel. Die meisten von uns sind dazu nebenbei noch in andere Projekte involviert und müssen irgendwie noch ihren Lebensunterhalt verdienen. Deshalb schaffen wir es nicht, alle unsere Ideen auch umzusetzen. Das Frustriert manchmal schon ganz schön. Dazu kommt auch noch ein gewisses Akzeptanzproblem bei den Leuten. Viele fühlen sich auf den Schlips getreten, sowie sie das Wort antisexistisch nur hören und denken dabei an die Heilige Inquisition. Dass es sich lediglich um eine grundsätzliche Selbstverständlichkeit handeln sollte, die ein gleichberechtigtes Miteinader von Männern und Frauen ermöglicht, ist den meisten Menschen (noch) nicht bewusst. Bei den Gruppen aus ländlicheren Gegenden als Berlin kommen natürlich noch Probleme mit Nazis dazu, die es ja nicht so gerne sehen, wenn Linke irgend etwas organisieren. Das blieb uns bis jetzt zum Glück erspart.
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